Mittwoch, 23. Dezember 2009 11:00
Zu Beginn der Schweinegrippe-Pandemie stellte man sich – mit einem gehörigen Maß an Respekt – die Frage, warum der H1N1-Virus speziell junge Menschen befalle. Denn wie dramatisch sollte sich die Krankheit ausbreiten, wenn selbst Menschen, denen man pauschal ein im Allgemeinen sehr gut funktionierendes Immunsystem nachsagte, Opfer der Viren würden?
Interessanterweise stellte sich alsbald heraus, dass es weniger die jungen Menschen sind, die besonders oft erkrankten, sondern dass vielmehr ältere Personen sich eben NICHT ansteckten. Ein Rätsel.
Erste Erklärungsansätze lieferte eine Studie, welche von einem amerikanischen Forscherteam um Yoshihiro Kawaoka durchgeführt wurde. Der Studie folgend zeigten sich Hinweise darauf, dass H1N1 dem Erregerstamm des Spanische-Grippe – Erregers ähnelt, an welchem im Jahr 1918 nahezu 50 Millionen Menschen verstarben. Die Lösung schien gefunden: Es herrschte also eine Immunisierung alter Menschen gegen die Spanische Grippe und damit auch gegen H1N1. Leider konnte der Ansatz nicht bestätigt werden, so dass er verworfen werden musste.
Im weiteren Sinne interessant ist jedoch die Betrachtung der Schweinegrippeepidemie in den siebziger Jahren. Hieraus ergibt sich nämlich nahezu zwangsläufig eine Erklärung für die offensichtliche Immunität vieler heute alter Menschen.