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Monoklonale Antikörper zur MS-Therapie

Freitag, 9. April 2010 10:55

Auf monoklonalen Antikörpern basierende Medikamente zur Therapie der multiplen Sklerose sind einerseits hoffnungsvoller Stern der Betroffenen, andererseits aber auch umstritten. In der Vergangenheit kam es immer wieder zu schwerwiegenden Problemen bei Patienten, die mit solchen Wirkstoffen behandelt worden waren. In einigen Fällen auch mit Todesfolge. Die Multiple Sklerose Plattform hat auf ihrer Internetseite nun ein Video-Interview mit Prof. Dr. med. Bernhard Hemmer, Direktor der Neurologischen Klinik am Klinikum rechts der Isar der TU München und Mitglied im Ärztlichen Beirat der DMSG, Bundesverband e.V., veröffentlicht. Prof. Hemmer gibt darin über aktuelle Forschungsergebnisse und laufende Studien mit aussichtsreichen Wirkstoffen, wie etwa Alemtuzumab und Rituximab, Auskunft.

Den vollständigen Artikel und das Video gibt es hier.

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Neutralisierende Antikörper (NAK) können Einfluss auf das MS-Therapieergebnis nehmen

Dienstag, 24. November 2009 14:53

Das Max-Planck-Institut für Psychiatrie hat auf seiner Homepage einen interessanten Artikel veröffentlicht. Es geht um die Untersuchung, inwiefern Neutralisierende Antikörper (NAK) gegen Interferon-ß und Natalizumab einen Einfluss auf die Therapie der Multiplen Sklerose mit diesen Mitteln haben. Es konnten bei MS-Patienten, die mit Interferon-ß 1a, Interferon-ß 1b oder Natalizumab behandelt wurden, Antikörper nachgewiesen werden, die spezifisch an diese Substanzen „andocken“. Sofern es sich hierbei um sog. Bindende Antikörper handelt, ist das Therapieergebnis offenbar nicht beeinflusst. Anders sieht es aus, wenn Neutralisierende Antikörper angreifen. Sie blockieren Oberflächenstrukturen des Medikamentes, die für seine Wirkung essentiell sind. Sie neutralisieren also die Wirkung des Stoffes.

Der Nachweis von NAK im Blut von mit Interferon-beta (IFN-ß) behandelten Patienten gelänge nach bisherigen Daten meist in dem Zeitraum von 6 bis 24 Monaten. Im Anschluss an diesen Zeitraum bestände ein niedrigeres Risiko, NAK auszubilden. Interessanterweise konnten bei einigen Patienten, die (noch) nicht mit IFN-ß behandelt worden waren, ebenfalls derartige NAK nachgewiesen werden.

Bei Patienten mit persistierenden (bleibenden) NAK kam es vermehrt zu einer Zunahme der Schubfrequenz, einer Vermehrung und Vergrößerung der Läsionen im Zentralnervensystem und zu einem Fortschreiten der Behinderung, wie die Forscher feststellten. Andererseits wurde auch festgestellt, dass einige Patienten mit hochtitrigen NAK einen ganz normalen Therapieverlauf aufweisen.

Letztlich sind die genauen Wirkzusammenhänge in Verbindung mit IFN-ß bislang noch nicht ausreichend geklärt. Bei der Untersuchung der NAK gegen Natalizumab hingegen seien die Ergebnisse eindeutig. Hier kommt es zu einer eindeutig nachweisbaren, negativen Wirkung persistenter NAK auf das Therapieergebnis.

Quelle: http://www.mpipsykl.mpg.de/clinic/erkrankungen/ms/ms_10/index.html

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